Der beeidigte Übersetzer

Übersetzer, die schriftliche Dokumente beglaubigen wollen, bedürfen einer Vereidigung, in manchen Bundesländern auch als Beeidigung bezeichnet.

Sie können damit Urkunden und Zeugnisse, Verträge, persönliche Unterlagen oder auch Anklageschriften übersetzen.

Ist der Übersetzer nicht bereits vereidigt worden – das Verfahren ist nicht für jeden einzelnen Fall zu wiederholen – muss er den Vorgang eventuell an einen entsprechend befugten Kollegen weitergeben.

Urkundenübersetzer-Verzeichnis

Voraussetzungen für eine Beeidigung als Übersetzer

Wer als beeidigter Übersetzer arbeiten möchte, muss seine fachliche Eignung nachweisen.

Dafür ist in der Regel ein Abschluss des Übersetzerstudiums notwendig.

Zusammen mit anderen Unterlagen, wie etwa einer Meldebescheinigung und einem polizeilichen Führungszeugnis, wird das Abschlusszeugnis bei der Behörde oder bei Gericht eingereicht.

Daraufhin wird ein Termin für die Beeidigung festgesetzt.

Bei diesem erfolgt die Beeidigung, bei der der Übersetzer einen Eid ablegen muss, dass er „treu und gewissenhaft übertragen werde“ – laut Gerichtsverfassungsgesetz festgelegter Eid – und der Übersetzer erhält danach seinen Stempel.

Er wird überdies in die Liste der für das Gericht tägigen Übersetzer aufgenommen und kann fortan zum BeispielUrkunden und Zeugenaussagen für das Gericht übersetzen.



Rechte und Pflichten als beeidigter Übersetzer

Die Regelungen über die Pflichten der beeidigten Übersetzer sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich.
Während in einigen Ländern davon ausgegangen wird, dass der Übersetzer dem Gericht generell zur Verfügung stehen muss, ist es in anderen Ländern so, dass das Gericht nach der momentanen Verfügbarkeit des Übersetzers fragt.

Das heißt wiederum, dass der Übersetzer einen Auftrag auch ablehnen kann, wenn er zum Beispiel durch Aufträge ausgelastet ist.

Der beeidigte Übersetzer hat auf jeden Fall die Pflicht zur Verschwiegenheit, er muss unparteilich sein sowie sorgfältig arbeiten. Eine gesetzlich festgelegte Pflicht ist die Teilnahme an Eignungsfeststellungsverfahren. Dafür werden die beeidigten Übersetzer in die entsprechende Kommission berufen.

Wenn ein Übersetzer nachweislich falsch übertragen hat, dann kann ihm die Beeidigung wieder entzogen werden.

Natürlich haben die Übersetzer, die beeidigt wurden, auch Rechte.
Sie dürfen zum Beispiel ein Siegel führen, das heißt, sie können mit dem ihnen ausgehändigten Stempel eine Urkunde beglaubigen.

Ein Notar muss dann nicht mehr hinzugezogen werden.

Das Siegel wird entweder von der ausstellenden Behörde vergeben oder der Übersetzer darf ein eigenes Siegel erstellen lassen.
Hier zeigen sich wieder die Unterschiede zwischen den Bundesländern.