Der ermächtigte Übersetzer

Durch eine Ermächtigung ist die betreffende Person in der Lage, Rechte Fremder unter eigenem Namen geltend zu machen.

Das bedeutet, dass ein Übersetzer zum Beispiel durch ein Gericht dazu ermächtigt ist, Urkunden zu beglaubigen.

Dieses Recht ist auf die Art des Verfahrens beschränkt.

Das heißt, der „Ermächtigte Urkundenübersetzer“ benötigt nicht in jedem Falle wieder eine Ermächtigung, ist aber auch nur zur Vornahme dieses Vorgangs befugt.

Andere Befugnisse müssen neu erteilt werden. In einigen Bundesländern werden die ermächtigten Übersetzer auch als„bestellt“ oder „öffentlich bestellt“ bezeichnet.

Urkundenübersetzer-Verzeichnis

Voraussetzungen für die Ermächtigung eines Übersetzers

Wie bei der Vereidigung auch ist es für einen ermächtigten Übersetzer notwendig, die fachliche Eignung nachzuweisen.

Dies kann durch einen entsprechenden Abschluss geschehen.

Wenn also ein Übersetzerstudium abgeschlossen wurde, so gilt das als Nachweis der fachlichen Eignung. Ist solch ein Abschluss nicht vorhanden, dann kann auch eine staatliche Prüfung abverlangt werden.

Diese wird auch nötig, wenn ein Abschluss im Ausland erlangt wurde, dieser aber in Deutschland nicht von Vornherein anerkannt ist. Die Staatsangehörigkeit des Übersetzers spielt hier aber keine Rolle.


Teilweise wird eine Meldebescheinigung verlangt, auch ein polizeiliches Führungszeugnis ist zur Vorlage möglich. Dies wird aber von den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt.



Die Sprachen, mit denen der Übersetzer arbeitet oder arbeiten möchte, werden einzeln geprüft. Eine Ermächtigung wird jedoch für alle Sprachen erteilt.

Rechte und Pflichten des ermächtigten Übersetzers

Der ermächtigte Urkundenübersetzer ist zur Übersetzung von öffentlichen sowie von privatschriftlichen Urkunden berechtigt.

Die Art der Urkunde ist dabei unerheblich. Für den einzelnen Vorgang muss keine neue Ermächtigung erteilt werden. Sie kann aber bei nachweislichem Mangel der Arbeit wieder entzogen werden.

Der Übersetzer ist ferner dazu berechtigt, die „Richtigkeit und Vollständigkeit der Urkunde“ zuzusichern. Das heißt nichts anderes, als dass er die Urkunde beglaubigt. Das Hinzuziehen eines Notars ist dann nicht mehr nötig.

Der ermächtigte Urkundenübersetzer ist zur sorgfältigen Ausführung seiner Arbeit verpflichtet, das heißt, der muss die Urkunden genau und gewissenhaft übertragen. Außerdem muss er unparteiisch sein sowie Verschwiegenheit bewahren.

Wichtig zu wissen ist, dass eine übersetzte Urkunde nur dann beglaubigt werden darf, wenn sie auch selbst angefertigt wurde.
Das heißt, eine fremde Übersetzung darf nicht beglaubigt werden, das würde gegen die Berufsethik verstoßen.